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veröffentlicht am 10.03.2026
Mit einem neuen, innovativen System lassen sich künftig die konkreten Auswirkungen von Sturzfluten und Flusshochwasser am Computer simulieren und anschaulich dreidimensional visualisieren. Neben der Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes soll der HydroZwilling Rheinland-Pfalz auch die Kommunen in Rheinland-Pfalz bei der Hochwasser- und Sturzflutvorsorge unterstützen. Seit Monatsbeginn können sich die rheinland-pfälzischen Kommunen für einen Zugang anmelden.
Mit dem fortschreitenden Klimawandel steigt auch in Rheinland-Pfalz die Gefahr von Extremwettereignissen. Mit dem künftigen Simulations- und 3D-Visualisierungsmodell HydroZwilling verbessert das Ministerium für Klimaschutz und Umwelt in Rheinland-Pfalz die Hochwasservorsorge effektiv für Kommunen und somit den Schutz der Bürgerinnen und Bürger. Mit unserem System beschreiten wir bundesweit Neuland“, so Klimaschutzministerin Katrin Eder.
Bei der Simulation lassen sich verschiedene Szenarien darstellen und die Wirkung verschiedener Maßnahmen vergleichen. Möglich macht dies das interaktive Modellsystem HydroZwilling der rheinland-pfälzischen Wasserwirtschaftsverwaltung, in dessen Berechnungen neben dem digitalen Geländemodell auch Landnutzung, Niederschlags- und hydrologische Daten einfließen. Betrieben wird der HydroZwilling vom Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU).
„Die Einbeziehung der Kommunen bildet jetzt einen weiteren wichtigen Baustein in der Hochwasservorsorge im Land. Der HydroZwilling bietet den Kommunen neue Möglichkeiten bei der Planung und Überprüfung von Hochwasserschutzmaßnahmen, bei Einsatzplanungen und Risikokommunikation. Das ermöglicht die anschauliche Vorstellung von Risiken und Folgen bei Hochwasser- oder Starkregenereignissen,“ erläutert LfU-Präsident Dr. Dirk Grünhoff. Die Kommunen können und sollen detailliertere Daten und Informationen zu den lokalen Verhältnissen, wie beispielsweise die genauen Abmessungen von Durchlässen, aktuellere Geländedaten oder neue Gebäude, hinzufügen.
Ab dem kommenden Jahr wird der HydroZwilling als praktische Hilfe für die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen. In der Endausbaustufe kann jede Person in Rheinland-Pfalz mit modelltechnisch bestmöglicher Genauigkeit in einer 3D-Visualisierung sehen, wie sich ein Starkregen- oder Hochwasserereignis auf ihren Ort, ihre Straße, ihr Haus auswirken könnte.
Hintergrund
Die Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes Rheinland-Pfalz hat in den letzten Jahren in einem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit der VRVis GmbH (Wien) den HydroZwilling Rheinland-Pfalz aufgebaut (https://hochwassermanagement.rlp.de/unsere-themen/was-macht-das-land/f-e-projekt-hydrozwilling-rheinland-pfalz). Bereits 2023 hat das Land auf Grundlage des HydroZwillings die Sturzflutgefahrenkarten erstellt, die seit November 2023 öffentlich verfügbar sind: https://wasserportal.rlp-umwelt.de/auskunftssysteme/sturzflutgefahrenkarten
Inzwischen wurde der HydroZwilling um Informationen für die Berechnung von Szenarien für Flusshochwasser erweitert.
Beschäftigte bei Gemeinde- und Kreisverwaltungen können seit dem 1. Dezember einen Antrag auf einen Benutzerzugang zum HydroZwilling stellen. Dafür genügt eine E-Mail an das Landesamt für Umwelt unter hydrozwilling(at)lfu.rlp.de. Die E-Mail muss folgende Informationen enthalten:
- Vollständiger Name
- Gemeinde oder Kreis
- Fachbereich
- E-Mailadresse
Die Bedienung erfolgt über gängige Web-Browser, eine lokale Installation von Software ist nicht erforderlich. Von Seiten des Landes entstehen den Kommunen für die Nutzung keine Kosten.
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