Laut einer Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) hat der Tourismus in der Region Lahntal im Jahr 2025 einen Bruttoumsatz in Höhe von 1,4055 Milliarden Euro erzielt. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 waren es noch 893,3 Millionen Euro. „Das macht aus Tourismus eine wirtschaftspolitisch sehr relevante Größe“, betonte Moritz Sporer vom dwif bei der Präsentation der Lahntalstudie während des Tourismusforums Lahn im Komödienbau in Weilburg. Darüber freute sich insbesondere auch Landrat Michael Köberle, zugleich Vorsitzender des Lahntal Tourismus Verbandes. Beauftragt worden war die Studie von den Industrie- und Handelskammern Gießen-Friedberg, Kassel-Marburg, Koblenz, Lahn-Dill, Limburg und Siegen gemeinsam mit dem Lahntal Tourismus e.V. Zur Präsentation waren neben Landrat Michael Köberle unter anderem Landrätin Anita Schneider (Landkreis Gießen), Landrat Carsten Braun (Lahn-Dill-Kreis), der Wetzlarer Oberbürgermeister Manfred Wagner sowie die heimischen Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister, Tobias Eckert und Marion Schardt-Sauer nach Weilburg gekommen.
40,204 Millionen touristische Aufenthaltstage wurden in der Region Lahntal in 2025 registriert, was eine enorme Bedeutung des Tagestourismus erkennbar macht. Diese Dominanz des Tagestourismus wird auch dadurch deutlich, dass allein die 29,9 Millionen Tagesreisen einen Umsatz von 834,2 Millionen Euro Umsatz erzeugten. Zusammen mit Besuchen von Verwandten und Bekannten entfallen auf Tagesgäste 1,0203 Milliarden Euro, gegenüber 385,2 Millionen Euro durch Übernachtungsgäste. Auch die Branchenverteilung ist bemerkenswert: Von den 1,4055 Milliarden Euro touristischem Umsatz landen 648 Millionen im Gastgewerbe, 474,2 Millionen im Einzelhandel und 283,3 Millionen bei Dienstleistungen. Damit gehen rund 54 Prozent des touristischen Umsatzes gerade nicht an das Gastgewerbe, was deutlich macht, dass Tourismus eine Querschnittsbranche ist. Ein weiterer sehr starker Wert ist die touristische Wertschöpfung von 664,3 Millionen Euro. Davon entstehen 409,3 Millionen direkt und weitere 255 Millionen indirekt. Der Tourismus trägt damit 2,3
Prozent zum Primäreinkommen in der Region bei. Allein aus Mehrwert- und Einkommensteuer entstehen laut Studie rund 127,4 Millionen Euro Steueraufkommen. Hinzu kommen unter anderem Gewerbesteuer, Grundsteuer, Zweitwohnungssteuer, Kurtaxe und Tourismusabgaben, die in dieser Zahl noch nicht enthalten sind.
„Die Studie liefert erstmals belastbare Zahlen, mit denen sich Investitionen in touristische Infrastruktur, Aufenthaltsqualität, Mobilität und Vermarktung auch ökonomisch begründen lassen. Tourismus endet nicht an Kreis-, Kammer- oder Landesgrenzen. Die Lahn verbindet drei Bundesländer – und deshalb müssen wir ihre touristische und wirtschaftliche Entwicklung auch gemeinsam und über administrative Grenzen hinweg denken“, betonte Landrat Michael Köberle auch als Vorsitzender des Lahntal Tourismus Verbandes.
Anmerkung der Redaktion:
Ohne Wehre und Schleusen hätte das Lahntal nur ein ungeliebtes Rinnsal. Solche bemerkenswert guten Zahlen wären bei einer renaturierten Lahn nie möglich.